| (Gegen das Licht gestellt kann man Körnchen und Schalen der Früchte leichter erkennen) |
Ein Blog ist wie ein leeres Marmeladeglas ... Ist
es neu und sauber, so hat sein Besitzer trotzdem das Gefühl, dass vor
ihm jemand schon den Inhalt geleert, den Abgrund bereits erforscht hatte
und wusste, was er aber nie erfahren würde: Was war da drin?Ob Aufstrich, eingelegte Zwiebeln oder Zitronengelee ist im Grunde nicht von Belangen, was war aber der Geschmack des Inhaltes? War er süßlich, sauer, banal, oder aromatisch, pikant, brisant oder gar dramatisch? Ist
dieses Glas leer, weil der geschmacklose Inhalt mit der Zeit verdorben
ist und entsorgt wurde, oder war sein Aroma, seine Konsistenz so
vorzüglich, dass jemand nicht genug kriegen wollte, es bis zum letzten
Tropfen ausschleckte? Und was noch viel wichtiger ist, wollte dieser jemand noch mehr?
Überspringen wir doch den Teil, wo der Blogger, einem eifrigen Gärtner gleich, sät und erntet, verarbeitet und abschmeck und kommen wir gleich zum Inhalt des Marmeladeglases: Ist das Glas halb leer, oder ist es halb voll?
Immerhin, der Boden ist noch nicht in Sicht, doch die Ränder drücken. Und haben nicht schon viele, die die Kunst der Mary Popppins beherrschen, unendlich viel Marmelade da reingelegt? Wäre es nicht einfacher, Tomaten einzulegen, oder muss der Inhalt durch ein Sieb? Und wie schmeckt man das Ganze ab? Muss die metaphorische Marmelade süß sein?
In der Tat, so ein Marmeladeglas wirft viele Fragen auf, doch mich interessiert jetzt nur noch eins: Wo ist der Deckel geblieben?